Hey!
Feierlich darf ich heute den ersten offiziellen Eintrag vornehmen.
Mein Flug aus Stuttgart hatte nur 10min Verspätung, was schonmal ungewöhlich ist, weil den Sicherheitskräften eigentlich immer noch einfällt, was sie noch kontrollieren könnten. Das begannint wie üblich beim Check-In, bei dem man wirklich 2h vor Abflug ankommen sollte. Dann wird man erstmal von einem Sicherheitsmitarbeiter befragt, wie lange man bleibt, wo man hin fährt, ob man schonmal dort war, wie seine eigene Adresse lautet, wie dein Vater heißt und schließlich auch noch klassisch, ob man seinen Koffer selber gepackt hat oder Geschenke von Unbekannten mitbringt. Mein Analyst wollte mir noch eine seiner Taylor Gitarren verkaufen, die er für 1000$ bei ebay erstanden hat.
Hat man alle Fragen fahrschultheoriemäßig richtig beantwortet, darf man auch schon sein Ticket abholen und ich meine 18,7kg Tasche aufgeben.
Auf dem Weg zum Gate durchläuft man die übrigen Sicherheitsvorkehrungen und kommt dann zur Passkontrolle. Eine israelische Familie, die mich auf englisch fragt, ob ich als Tourist nach Israel fliege ist beeindruckt als ich auf hebräisch antworte und richtig schockiert, als ich erzähle, dass von allen Jungs in unserer Stufe nur 1 zum Militär geht und das auch nur für 9 Monate und ich statt Militär 1 Jahr ins Ausland gehe.
Als einer der wenigen mit deutschem Pass komme ich schnell durch die Kontrollen und genieße daraufhin eine weitere Leibesvisitation. Die Crew am gate-eigenen X-Ray ist froh, dass endlich einer mal deutsch spricht...
Der Flug verläuft ohne weitere Zwischenfälle und ich unterhalte mich mit einem 8 jährigen Mädchen aus Beer Sheva die das gleiche Schicksal teilt wie ich - sie fliegt alleine. Neben Smalltalk versuche ich mich auch in der Erklärung physikalischer Phänomene (Warum fliegt ein Flugzeug und was passiert wenn es abstürtzt) oder schaue einfach nur mit ihr aus dem Fenster um vorbeifliegende Flugzeuge zu beobachten. Die letzen 1,5h des Fluges bin damit beschäftigt ihre Frage zu beantworten, wann wir denn endlich landen würden.
Am Flughafen erstmal der Hitzeschock 35°C bei 45% Luftfeuchtigkeit. Mein 1 Jahresvisum kriege ich zwar nicht, aber eine freundliche Soldaten macht mir einen 3 Monatsstempel in den Pass und erklärt mir, dass ich das übers Kinderheim+Innenministerium machen soll.
Bei meiner Oma angekommen gibs erstmal was zu Essen und Kaba aus der Tüte, der einfach einmalig gut ist. Später holen ich und mein Opa noch Katha, die mit mir im Kinderheim arbeiten wird vom Bus ab, die nach ihrem 4Wochen Sprachkurs in Jerusalem zur Überbrückung 1 Nacht hier übernachtet.
Grade warte ich darauf das unser Kiryat Gat Shuttle (ein ehem. Freiwilliger) an sein Handy geht, dass er unmissverständlich als Nothandy ausgewiesen hat. Ich sollte mich dran gewöhnen...
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