Donnerstag, 24. September 2009

Klassenfahrt nach Jerusalem

Gestern durfte ich ein Kind aus meiner Gruppe zu einer Klassenfahrt (5. Jahrgangsstufe) nach Jerusalem begleiten. Mor, eine isr. Freiwillige, und ein weiteres Mädchen aus dem Kinderheim sind auch mitgefahren. Da in Jerusalem zur jetzigen Zeit (gleich mehr dazu) mächtig was los ist, musste jedes Kind von einem Begleiter begleitet werden.

Warum in Jerusalem soviel los ist?
Wie wir alle wissen war vor kurzem Neujahr und im Judentum folgen auf Neujahr 10 "Entschuldigungs"-Tage bis zu Jom Kippur, dem Versöhnungstag der nicht nur der allerheiligste der jüdischen Feiertage ist sondern an dem auch 26h lang gefastet wird (Kein Essen, kein Trinken), aber dazu mehr wenns soweit ist (Montag). Während dieser 10 Tage gibt es sehr viele Gebete/Gesänge die man Beten kann um sich für seine Taten zu entschuldigen und vergebung zu suchen, vor Gott, vor anderen und vor allem vor sich selber. Der erste Schritt ist also, sich den Fehler einzugestehen und Bewusst zu machen. Hat man dies getan, kann man als neuer Mensch ins neue Jahr schreiten, ohne Altlasten. Aus diesem Grund besuchen viele Menschen bis in die Morgenstunden die Klagemauer auf um dort in sich zu gehen und zu beten.

Zum Glück war ein Vater Busfahrer und so gings um 16:00Uhr in einem schönen Reisebus richtung Jerusalem, das auch nach 1,5h erreicht war. 2 Mädchen, die statt ihres Militärdienstes 2 Jahre lang Führungen für Schulklassen machen, führten uns für lange Stunden durch das jüdische Jerusalem. Es geb Geschichten und Vorführungen, die nicht nur interessant, sondern auch Berührend waren. Die Kinder und auf manche Eltern wurden dann schon ziemlich Müde als wir um 00:30 an der Klagemauer ankamen. Es war wirklich sehr viel los. Tausende betende Menschen, stehend, tanzend oder auf dem Boden sitzend. Und jeder versucht noch einen Zettel mit seinen Fürbitten in die Klagemauer zu stecken. (Geht auch per E-mail, wird ausgedruckt und reingesteckt :D) Ich selber fande es schon mächtig Beeindruckend und wurde von der Atmosphäre schnell angesteckt, auch wenn ich keine spez. Gebete kenne. Mal schaun obs was gebracht hat ;).

Mein "Kind" hat sich supertoll Benommen (war bissl in eine der Führerinnen verknallt und ist ihr brav hinterhergedackelt) und ich habs einfach nur genossen unterwegs zu sein :D.

Die Busfahrt zurück war schon sehr einschläfernd doch um 2:30Uhr, nachdem uns Lorenz abgeholt hab viel ich übermüdet ins Bett und war froh für wenige Stunden zu schlafen um dann meine Donnerstagsrunde mit der Bäckerei zu fahren.

liebe Grüße aus Israel,
Jan

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen